Und eins, zwei, drei Schritte und wir sind auf Schweizer Boden.


8:45 Uhr starten wir am Zeltplatz und folgen dem Muschelwegweiser. Dieser führt uns steil bergauf. So was hatten wir nicht erwartet. Gleich so steil am frühen Morgen. Doch oben werden wir mit einer grandiosen Aussicht auf den Bodensee belohnt!

Folge also der Muschel, auch wenn es schwer fällt.

Wir erreichen Marktdorf um kurz nach neun. Und dann kommt auch die Sonne wieder raus. Der Weg ist schön und schlängelt sich über Felder und Weisen immer an kleinen Weilern entlang. Hier gibt es jede Menge Obstplantagen – von allem etwas! Im Wald attackieren uns die Bremsen ohne Ende – Insektenschutz!!! Wir machen einen kleinen Umweg nach Breitenbach-Oberhof und besuchen hier die alte Kapelle. Hier erhalten wir einen Pilgerstempel und tragen uns in das Pilgerbuch ein.

Das Wetter ist super und die Schmetterlinge weisen uns den Weg. Es gibt so viele hier davon, einfach bezaubernd. Jetzt geht es ganz schnell und wir erreichen Meersburg. Schluss mit Ruhe und Besinnung. Hier ist hochgradig Tourismus angesagt. Ein wenig Sightseeing machen wir auch. Dann gönnen wir uns ein kleines Mittagsmahl und setzen wenig später mit der Fähre nach Konstanz über. Diese Fahrt über den Bodensee genießen wir voll. So weit schon gekommen zu sein, das ist ein tolles Gefühl.

Wir erreichen Konstanz gegen 14:30 Uhr und schlängeln uns durch die Neustadt in Richtung Altstadt. Wir besichtigen die Basilika, entzünden ein paar Lichter und halten inne. Unfassbar in wenigen Schritten verlassen wir Deutschland und betreten die Schweiz. Doch zuvor trinken wir noch ein schönes deutsches Radler. Dann geht es durch die Fußgängerzone in Richtung Grenze.

Und eins, zwei, drei Schritte und wir sind auf Schweizer Boden. Wow, wer hätte das gedacht?!

Wir freuen uns und sind stolz, es bis hierher schon geschafft zu haben. Unser Nachtquartier ist die Jugendherberge in Kreuzlingen. Wir sind im 12-er Zimmer mit noch 3 weiteren Personen. Das Pärchen sind auch Pilger, die ihre Tour hier starten. Wir sind schon eine Woche unterwegs und für die beiden geht es morgen erst los. Wir haben einen tollen Blick auf den Bodensee. Am Abend regnet es leider noch und wir gehen früh zu Bett.

Der erste Morgen in der Schweiz beginnt mit einem fantastischen Sonnenaufgang am Bodensee. Nach dem Frühstück geht es im Zick zack und stetig bergauf in Richtung Wallfahrtskapelle. Wir befinden uns im Kanton Thurgau und hier bezeichnet man den Jakobsweg als Schwabenweg. Dieser ist bestens ausgeschildert und die Gehzeiten passen immer recht gut. Wir durchqueren ein schönes Waldstück und kommen nach Ellighausen. Wir pilgern weiter immer schön am Waldrand entlang. Leider gibt es hier keinerlei Bänke oder Rastmöglichkeiten. Ein Wegweiser sagt 1:35h bis Märstetten. Wir rasten vor dem Wald und ich melde mich bei Andrea. Sie antwortet und kommt uns entgegen. Mal sehen wo wir uns treffen. Wir sind gespannt.

Im Wald geht es bald ein paar Treppen hinunter und da ist ein super schöner Grillplatz – na toll, hätten wir das gewusst. Ein ganzes Stück weiter kommen wir an einer urigen Bar „Santiago de Compostela“ vorbei – leider geschlossen. Nur das Lama im Garten begrüßt uns freundlich. Kurz nach dem Weiler Wald sehen wir eine Frau mit Hund auf uns zu kommen. Sie winkt – das muss Andrea sein. Und ja, sie ist und wir begrüßen uns herzlich. Sie begleitet uns ein Stück auf dem Jakobsweg und wenig später sitzen wir bei Ihr auf der Terrasse. Wunderschön! Wir verstehen und gut. Und auch der Rest der Familie liegt auf unserer Wellenlänge. Wir bleiben zum Essen (lecker gegrillte Schweizer Köstlichkeiten) und fühlen uns hier richtig wohl. Grad wie daheim. Das Wetter ist super sonnig und uns geht einfach gut.

So viel Herzlichkeit hatten wir wohl nicht erwartet. Unglaublich.

Nach langer Rast und gefüllten Mägen geht es weiter in Richtung Tobel. Wir überqueren den Fluss Thur und durchqueren kleinere Ortschaften. Wir gelangen nach Tobel und am Wanderschild werden wir herzlich von Fredi und Vivienne (Andreas Papa und ihre Tochter) begrüßt. Was für ein Zufall, dass sie gerade hier stehen. Fredi ist mit dem Auto da und so können wir die letzten Meter zum Quartier damit zurücklegen. Dorli die uns ebenfalls herzlich willkommen heißt, versorgt uns gleich mit kühlen Getränken und Kaffee. Entspannt und glücklich sitzen wir auf der Terrasse. Hier ist es einfach schön und das Wetter hält sich immer noch. Wir beziehen unser Zimmer, waschen und machen und frisch für den Abend. Wir werden von Dorli köstlich bekocht und Fredi erzählt uns viel Interessantes über die Region und unseren weiteren Weg.

Nach einem üppigen Frühstück begleiten uns Vivienne, Dorli und Fredi bis an den Weg. Am Cruz de Tobel gibt’s noch ein kleines Fotoshooting und dann machen wir uns auf den Weg. Wir sehen uns bestimmt mal wieder. Vor uns entdecken wir die 2 Pilger aus der Jugendherberge. Kurz vor St. Margarethen kommen wir am Pilgerhüsli vorbei und kurz darauf zu der mittelalterlichen Kapelle. Wir betreten diese und schauen uns um. Neben einem Pilgerstempel und dem Eintrag ins Pilgerbuch entdecken wir unsere Weggefährten. Das Besondere an dieser Kapelle ist, das hier Innschriften von Pilgern aus längst vergangen Tagen zu sehen sind. In Münchwilen holen wir erst Geld und dann einen Pilgerstempel. Von nun an ist das Wetter eher schlecht.

Regen und Sonne im ewigen Wechsel.

In Oberwangen besuchen wir die Martinskapelle, zu der es einige Treppen steil hoch geht. Aber der Besuch lohnt sich. Durch den Wald mit Regen geht es nach Fischingen. Das Benediktinerkloster erreichen wir bei Sonnenschein. Das Kloster sollte Pilgern auf dem Weg von Konstanz nach Einsiedeln Obdach und Zuflucht bieten. Wir trinken in Ruhe ein Radler und besichtigen dann die Kirche und die Kapelle der Heiligen Idda. Die heilige Idda von Toggenburg, die um 1200 in einer Klause beim Kloster lebte, liegt in einer Kapelle neben der Klosterkirche begraben. Man sagt, wenn man die Füße in die Gruft hält, verleiht die Heilige Idda einem Kräfte und man kommt ohne Schmerzen zum Hörnli. Na das machen wir doch glatt!

Wir warten noch etwas ehe wir den Weg zum Hörnli beschreiten. Es blitzt und Donnert einmal gewaltig, dann erstrahlt der Himmel im Sonnenlicht und wir ziehen los. Zum Hörnli hinauf sind es ungefähr 440 Höhenmeter. Es ist nass und matschig im Wald, die zahlreichen Treppenstufen sind rutschig. Unterhalb vom Gipfel befindet sich die Grenzmarkierung Thurgau, St. Gallen und Zürich. Hier am Dreiländerstein ändert sich die Markierung des Pilgerweges und er heißt ab sofort auch wieder Jakobsweg.

Anschließend gibt es wieder ziemlich viele Treppenstufen ehe wir den Sendemast und die Berghütte erreichen. Unsere Schweizer Pilgergefährten sind auch gerade hier oben angekommen. Im Gastraum machen wir es uns gemütlich und essen eine Kleinigkeit und gönnen uns ein Radler. Wenig später kommt ein Radpilger noch hier oben an. Wir haben ihn bereits in Fischingen kurz gesprochen. Froh hier oben zu sein beziehen wir unser Zimmer und machen uns frisch. Das Wetter ist sehr schlecht geworden und die Sicht hier oben ist gleich null. Sehr schade.

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