3080 km in 8 Jahren

5 Uhr mitten in der Nacht klingelt mein Handy. Ziemlich laut und in der Eile bekomme ich es natürlich nicht sofort aus. Bähhh Super Gau in einer Herberge.

Naja nützt nix. Aufstehen, Anziehen, Packen und 5:42 Uhr starten wir im Dunkel der Nacht in den letzten Pilgertag.

Es geht erst gute 2 km an der Straße entlang und wir sehen eigentlich genug. Die Kilometersteine sind groß genug. Kilometer allerdings stehen nicht mehr drauf nur die Richtung in die es gehen soll – A Fisterre. Ganz alleine laufen wir zwei, kaum ein Auto kommt vorbei und das Rauschen der Wellen ist beruhigend.

Dann folgt der erste lange Anstieg. Gut 1 h geht es knackig bergauf, aber der Weg ist sehr gut geschottert, da fällt das Gehen leichter. Alleine sind wir auch nicht mehr. Noch 3 weitere Pilger sind mit uns auf dem Weg. Heute Morgen ist es kalt und ziemlich nebelig. Das macht den Wald etwas unheimlich um die Urzeit. Ganze 3 Stunden strammen Pilgerns später erreichen wir Lires. Oh endlich Frühstück und Kaffee. Das brauchen wir jetzt. Vor allem eine Ruhepause für die Füße. Gut eine Stunde pausieren wir. Er kommen viele Pilger an, denn jeder will den Stempel von Lires. Wir brauchen ihn für die Urkunde von Finisterre. Weiter geht der Weg mal hoch und runter, schön durch den Wald. Scheinbar sogar Küstennah, sehen wir aber aufgrund des Nebels nicht. Hin und wieder hört man nur das Rauschen des Meeres.

In Sixto muss ich erst mal meine Schuhe von den Steinen befreien. Also kurz Pause. Auf einmal kommt unser Koreaner (wir kennen ihn vom Camino Frances) den Berg hoch. Ach was für eine Freude. Das hatten wir nicht erwartet ihn noch mal zu sehen. Wir reden kurz und schießen ein Erinnerungsfoto. Er geht heute nach Muxia. Das ist Camino. Uns kommen jetzt immer mehr Pilger entgegen. Viele Gesichter kennen wir und wir freuen uns immer wieder Bekannte zu treffen.

Fisterre kommt immer näher. Wir machen zum Schluss noch mal einen riesen Bogen, erhaschen einen zwar nebligen aber tollen Blick aufs Meer. Dann endlich das Ortsschild nach knapp 28 km. Als erstes gehen wir in die Öffentliche Herberge und holen uns die Urkunde. Stolz sind wir! Franz und Gudrun sind auch heute angekommen. Wir treffen sie kurz und sehen uns später.

Dann gönnen wir uns einen kleinen Snack und verschwinden erst mal Richtung Hotel. Genau heute mal keine Herberge. Das Zimmer ist voll nett mit Handtuchschwan und Blümchen. Herrlich. Und dann zaubert Frank eine Flasche Rotkäppchen aus dem Rucksack…eine große Flasche! Ahhhh kreisch! Na die köpfen wir später am 0-km-Stein.

Wir sind also angekommen…am Ende der Welt,

am Ende unserer 8 Jahrestour… Das muss erst mal sacken.

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