Links oder rechts?

Heute schaffen wir es doch tatsächlich etwas früher aus der Herberge. Die Nacht war aber auch ein Horror – ganz klar der Moment wo ich mich auf Zuhause freue. Irgendwie schnarcht permanent jemand und es dauert auch nicht lange fängt das Rascheln an. Stirnlampen kommen zum Einsatz und hell erleuchtet ist der Raum. Es nervt. Und da wir wissen, dass der Raum mit gut 70% Deutschen belegt ist, nervt es umso mehr.

Schlussendlich verlassen wir um kurz nach 7 die Herberge. Nach knapp 20 Minuten Laufzeit die erste offene Bar mit einem grandiosen Frühstücksbuffet. WOW, danke! Gut gestärkt und mit aufgehender Sonne verlassen wir den Ort. Es geht auch gleich mal richtig bergauf, lange bergauf. Wir kommen auf einen kleinen Pass und auf der Anhöhe haben wir einen mega tollen Blick auf den Fervenza Stausee. Das hat sich gelohnt hier hoch zu stapfen. Wahnsinnig toll. Das ganze umliegende Land ist von hier zu sehen. Wir sind begeistert.

Dann geht es im Wald auf Schotterpisten abwärts bis nach Lago. Ein paar Pilger haben wir eingeholt oder überholt, aber weitestgehend sind wir alleine unterwegs. Der Weg ist wirklich schön zu gehen und die jetzt kommenden kleineren Anstiege sind fast nicht der Rede wert. In Olveiroa kommt eine große Herberge mit Bar und sogar offen. Jippie, da stürmen wir hinein und essen eine Tortilla und genießen Cafe con leche dazu. Ein paar Pilger sind da, andere gehen gerade. So ist der Camino – ein kommen und gehen.

Der Weg geht ansteigend weiter. Wir gehen immer am Berg O Sino entlang und irgendwie stetig bergauf, bergab. Wir durchqueren Logroso und pilgern im Tal entlang nach Hospital. Hier gibt es eine Pilgerinfostelle. Richtig toll gemacht, modern und einen schönen Stempel gibts auch. Nur leider keine Getränke. Boah, es ist einfach nur heiß. Die nette Dame hinter dem Tresen schickt uns einen Kilometer weiter – jipp am Ende vom Berg eine Bar! Klar da kehren wir ein. Das erste Radler zischt nur so weg.

Über die alte Straße geht es nochmal bergauf und wir erreichen den doppelten Wegstein. Von hier geht es entweder nach Finisterre oder nach Muxia. Wir biegen rechts ab und wählen den Weg nach Muxia.

Bis Dumbria sind es noch rund 4 km, bergab. Zum Teil Straße und zum Teil durch den Wald. Herrlich zu gehen und die gemeinnützige Pilgerherberge erreichen wir auch ziemlich flott. An der Rezeption ist keiner da. Also suchen wir uns ein Bett aus, gehen duschen und waschen unsere Wäsche. Ein paar bekannte Deutsche Gesichter sind auch da. Die Herberge ist echt schön gemacht. Wir vermissen jedoch irgendwie einen Getränkeautomaten oder so. Hier gibt es rein gar nichts. Wir gehen also ins Dorf hoch und schauen uns um. Der Supermarkt hat zu und jeglichen Bars auch – Siesta eben. Wir haben Glück das die Wirtin in der einen Bar ein gutes Herz hat und uns Radler ausschenkt. Vielen Dank!

Zurück in der Herberge machen auch wir erst mal Siesta. Dann gegen 17 Uhr gehen wir erneut los finden einen offenen Supermarkt und kaufen fürs Essen ein. Dann gönnen wir uns noch ein Radler und gehen zurück in die Herberge. Gleich wird gekocht und Wein getrunken. Draußen ist es immer noch heiß und wir fragen uns, warum wir überhaupt geduscht haben. Morgen geht’s ans Meer - Muxia!!!

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