Wie lang, kann lang sein?

Azambuja Guten Morgen Welt! Gut geschlafen, naja ok relativ gut, stehen wir gegen 5:30 Uhr auf und machen uns eine gute Stunde später auf den Weg. Es ist mit 21 Grad wirklich angenehm zu laufen morgens früh um 7 Uhr. Wir finden schnell zurück auf den Weg. Die Beschilderung ist wirklich klasse! Der Weg allerdings an der N10 entlang eher gefährlich. Einige Male bangen wir um unser Leben – Lkws sind nämlich viel größer und stärker als ein kleiner Pilger! Der N10 folgen wir bis Alhandra und dann geht es endlich wieder an den Rio Tejo.

Wow, im Morgenlicht ist das ein grandioser Anblick. Das Wasser spiegelt sich in der aufgehenden Sonne, einfach toll! Leute, DAS ist Camino! Wir laufen auf einem, Fuss- und Radweg direkt am Tejo entlang. Und es ist schon jetzt ziemlich viel los… Jogger, Radler und wir Pilger. Alle paar Meter kann man hier tolle Bilder betrachten. Das verkürzt die mentale Laufzeit. Nach 2,5 Stunden erreichen wir Vila Franca de Xira und machen Pause im Stadtpark. Es gibt natürlich eine Reihe an Bars oder Cafes, aber keines ist offen um diese Uhrzeit. Aber das macht ja nichts, wir haben genügend dabei. Wir haben bereits 10 km geschafft für heute und der Fatima-Stein zeigt uns nur noch 110 km an. Mittlerweile hat auch die Sonne Kraft aufgenommen und beehrt uns mit viel Wärme und Licht von oben. Wir schmieren mehrmals ordentlich Sonnencreme, ohne ginge gar nicht.

Auf einer sehr flachen und wieder endlosen Gerade kommen wir nach Carregado und hier gibt es auf einem Kilometer gleich 5 offene Bars. Wir nehmen gleich die erste und machen Pause mit Cola. Die gute Dame hinter der Theke ist bestimmt die Oma der Familie und zum Aushelfen da. Es dauert eine Weile bis wir die 2 Colas mit Eis bekommen. Macht ja aber nichts, wir sind geduldig wenn auch super durstig.

Weitere 5 km schnur geradeaus erreichen wir Vila Nova de Rainha und kehren auch hier in die Bar ein. Hier trinken wir etwas und essen frisches Brot mit Käse und Schinken belegt. Super lecker. Das nun folgende 8-km-Stück hat es in sich. Parallel zur Bahntrasse geht es flach und geradeaus, lange, nein sehr lange fühlt sich das an! Die Sonne pratzt nur so vom Himmel und wir sehnen den Ort Azambuja herbei. Und irgendwann erreichen wir den Ortseingang. Der Weg zur Pilgerherberge ist gut markiert, da müssen wir nicht suchen. Dort angekommen sind wir sichtlich über die Vielzahl der Pilger überrascht. Wo kommen die denn alle her???? Mit uns sind wir zwölf – Herberge voll. Oha, Glück gehabt! Wir checken also als letzte ein. Und da hier gerade ein unendliches Gewusel und Gemache ist, beschließen wir erst mal los zu zuziehen. In der Hoffnung, das wenn wir zurück kommen, alle mit duschen und waschen fertig sind.

Also gehen wir erst mal was einkaufen – Wasser und Bier für den Abend. Der Einkaufsmarkt ist fast um die Ecke, das ist schon mal gut.

Frisch geduscht sind wir dann irgendwann natürlich auch und unsere Kleider hängen zum trocknen auf der Leine. Wir kommen mit den anderen Pilgern ins Gespräch. Bunt gemischte Nationalitäten das ist wunderbar! Franzosen, Amerikaner, Italiener, Süd-Koreaner und wir Deutschen.

Jetzt geht’s auch gleich Abendessen und früh ins Bett… Morgen wir ein langer Tag.

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