Wir wissen was wir wollen

Um 7 Uhr sitzen wir ausgeschlafen beim Frühstück – Kaffee und Marmeladenbrot. Ich muss mich daran erst wieder gewöhnen. Aber der Kaffee ist gut. Wir machen noch ein Bild mit den Herbergseltern und dann ziehen wir von dannen. Auch heute Morgen fröstelt es uns sehr. Es läuft allerdings gut und stetig bergauf wird uns schnell warm. Die Wege wechseln sich gut ab und die Sonne drückt sich durch und wärmt auf. Immer mal wieder sehen wir Pilgern vor und hinter uns, meistens aber sind wir alleine. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend. Manchmal fast wie zu Hause – Rhöntypisch. In La Sauvage machen wir Pause und hier treffen wir auf Vladi. Ihn haben wir gestern schon getroffen. Er hat Probleme mit seinen Schuhen und läuft jetzt in FlipFlops. Für uns unvorstellbar, ihm aber geht es gut. Wir essen aus der Brotdose und nach 30 Minuten geht es weiter. Wir kommen an die Quelle des Hl. Rochus. Er wird uns noch einige Male begegnen. Ein paar Meter weiter erreichen wir die Kapelle des Hl. Rochus, die zwar einen Stempel beherbergt, leider heute aber geschlossen ist.

Auf recht guten Feldwegen führt der Weg uns bergab und offenbart uns eine tolle Landschaft. Wir kommen prima voran und die Sonne steht hoch oben am Himmel. Davon merken wir durch den heftigen Wind allerdings nicht viel. In La Rochet machen wir nochmal eine kurze Pause. Eine kleine Katze imponiert mit Ihrem Gespiele.

Noch gut eine Stunde bergab und wir erreichen St. Alban sur Limagnole unser heutiges Tagesziel. Hier hatten wir ein Bett gebucht in einer privaten Herberge. Diese ist heute mit Ihren 12 Betten voll ausgebucht. Wir werden freundlich empfangen und bekommen ein Doppelbett. Da wir bis zu Essen noch Zeit haben, heißt es also ab in den Ort Sightseeing. Wir treffen auf Vladi, der auch gerad angekommen ist und heute hier im Hotel schläft. Wir trinken was zusammen.

19 Uhr sitzen wir mit allen anderen Pilgern am Tisch und es stellt sich heraus, das unter uns noch mehr Deutsche sind. Es gibt Suppe, Gemüse mit Huhn und Bulgur. Sehr lecker und reichhaltig ist es. Käse und Wein zum Abschluss und wir sind mega satt. Die Tischunterhaltung ist etwas dürftig, aber gut es geht. Due 2 Deutschen fangen auch direkt an sich zu profilieren und einer will uns doch tatsächlich erzählen wie man pilgert, Arrogant! Mit dem werden wir jedenfalls nicht auf einer Linie liegen und das merkt er dann auch irgendwann. Wir wissen was wir wollen und das ist pilgern und die Freiheit des Gehens und der Natur zu spüren. Keinesfalls sich anderen gegenüber beweisen oder wichtig tun zu müssen. Der Tag geht zu Ende und wir ins Bett.

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