BONG... Platsch...AUTSCH!

Ziemlich spät kriechen wir aus den Betten und verzehren unser eigenes Frühstück. Toastbrot und Käse und deutscher Kaffee aus dem Rucksack. Nach acht verlassen wir die Gite. Nach der fast schlaflosen Nacht und einem viel zu lautem Frühstücksraum sind wir heute Morgen etwas schwerfällig und das wo es gleich zu Beginn erst mal über eine uralte Pilgerbrücke und dann ordentlich hinauf geht. Noch ist es angenehm frisch, aber es droht ein heißer Tag zu werden.

Hier im Tal des Lot ist alles anders. Immer wieder geht es hoch und runter- unser Glück ist der dazugehörige Schatten. Denn die Sonne knallt richtig. Die Wege sind schön und abwechslungsreich, mal Straße, mal Wald. In Conailles gibt es eine Pilgerrast mit Kaffee und O-Saft. Das verleitet doch wirklich zu einer kurzen Rast und plaudern mit einem netten Opa. Herzlich ist es und wir lassen eine Spende da. Wir kommen schließlich nach St. Come d’Olt – einem Städtchen in dem die Zeit still steht. Wir tauchen ein in eine andere Welt, enge Gassen, kleine Plätze und alte Residenzen finden wir vor. Hier fühlt man sich ins 15. Jh zurück versetzt. Wir trinken ein Panasch und genießen den Schatten des Restaurantes. Sehr markant ist der Kirchturm, dieser ist eingedreht – wie eine Flamme. Bezaubernd schön finden wir diesen kleinen Ort.

Wir überqueren den Lot und gehen am Ufer entlang. Und wieder geht es steil hoch und runter und die Sonne brennt unaufhörlich. Wir durchqueren den Puech de Vermus, einen ehemaligen Vulkanschlot. Oh Gott geht es hier steil hoch und runter und , genau wieder hoch! Oben angekommen protzt eine riesige Madonnenstatur empor. Ein winziges Stückchen Schatten läd zum Verweilen ein. Der Ausblick auf Espalion ist wahnsinnig toll. Dann heißt es ja eigentlich nur noch bergab, durch den Wald – steil und wieder steinig. Konzentrtaion!

Und BONG….. ein Ast, mein Kopf und flutsch lieg ich im Wald. Autsch! Es dauert ein paar Minuten bis ich weiß was passiert ist. Boah mir dröhnt mein Schädel. Nützt aber nix, weiter geht’s – das Tagesziel ist in Sicht. Durch einen Park und völlig eben am Ufer des Lot entlang erreichen wir die Stadt. Die Gites haben alle noch geschlossen, sodass wir erst mal uns den Ort anschauen und ein Radler trinken können. 17 Uhr checken wir in der Gite ein. Hier ist es voll schön und wir haben den Blick direkt auf den Fluss, herrlich. Wir gehen einkaufen, denn heute kochen wir wieder selber. Schont ungemein den Geldbeutel. Ein eiskaltes Panasch am Ufer des Lot und wir schauen den Anglern zu. Ach herrlich ist das hier und das Radler kühl meinen Kopf – da hat sich mittlerweile ein fette Beule entwickelt.

Wir werden auf unsere Pilgershirts angesprochen und kommen so mit einer Frau ins Gespräch. Da sagt man den Franzosen nach, das sie nicht kommunikativ sind – das finden wir nicht. 19 Uhr zurück in der Gite kochen wir unsere Spaghetti mit Bolognese und genießen den Abend mit Radler und der tollen Aussicht. 21 Uhr verziehen wir uns in den Schlafsaal…

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