Abtei Conques - ein beeindruckendes Bauwerk

6 Uhr klingelt der Wecker und leise verziehen wir uns als erste aus dem Schlafraum. Rucksack packen, frühstücken und dann… was ist das denn für ein komisches Geräusch? Ein Blick vor die Tür verrät es uns- REGEN!

Naja gut, Rucksack umpacken, Regenjacken an und gegen sieben Uhr ziehen wir los. Es regnet nicht so stark und wir können endlich mal die Jacken benutzten. Bis Espeyrac geht es im Wald eigentlich immer abwärts.

Dicker Nebel und der Himmel wird immer dunkler. Wir müssen aufpassen auf diesen langsam matschig werdenden Pfaden nicht hinzufallen. Die Kirche von Espeyrac erreichen wir gerade noch vor dem Gewitter. Wieder einmal hat es jemand gut mit uns gemeint. Dafür entzünden wir auch gleich ein Licht. Wir sitzen erst mal fest, gut eine Stunde. Mit uns noch andere Pilger.

Als der Himmel aufklart ziehen wir von dannen. Der Regen ist weniger geworden und zeitweise auch ganz weg. Weiter geht es auf Wald- und Wiesenpfaden bis nach Sénergues. Hier wird gerade Hochzeitsmesse gefeiert. Bergauf führt der Weg aus dem Ort heraus. Auf dem nahe gelegenem Rastplatz machen wir Pause. Hier gibt es Wasser und eine Toilette. Leicht bergan verläuft der Weg wieder im Wald. Trotz Regen kann man hier gut laufen. Immer wieder wechselt der Weg zwischen Teerstraße und Wald ab. Steil bergab und kniebrecherisch geht es durch den Wald nach Conques.

Ein großes Ziel in diesem Jahr – die Abtei Conques. Zwar ist der Regen noch da und der Himmel total verhangen, aber wir sind eben auch da! Als erstes geht es in die Klosterkirche. Hier am Altar des Hl. Jakobus entzünden wir ein Licht für den guten Weg, den wir bislang hatten.

Dann suchen wir das Kloster auf und bekommen ein Bett mit Abendessen und Frühstück. Hier ist man sehr bedacht was die Hygiene angeht. Schuhe bleiben draußen, alles Essen aus dem Rucksack muss extra in eine andere Tüte, Rucksack in eine große Tüte und nicht aufs Bett….. Nicht ganz optimal, denn so werden wir die Sachen nicht trocken bekommen. Dann duschen und ab in die Stadt zum Sightseeing. Im Übrigen bedeutet Conques – Muschel. Noch einmal also in die Kirche und alles rundum besichtigt.

Wir setzen uns in ein Cafe. Genießen Crepes und Kaffee und beobachten die ankommenden Pilger und die vielen vielen Touris. Sehen neue, aber auch bekannte Gesichter. Wir schlendern durch die zahlreichen Souvenirläden – kaufen uns Aubrac Bier. Das trinken wir dann auf einer Bank vorm Kloster.

19 Uhr läutete es zum Essen und wir sitzen mit einer riesen Pilgerschar beim Abendessen. Wir gesellen uns zu zwei weiteren Deutschen an den Tisch. Wir beginnen mit eine Gebet und dem Ultreja Lied. Dann geht’s los. Es gibt den geliebten Linsensalat, Hack-Kartoffelbrei-Auflauf, Joghurt und ein Gebäckstück. Alles sehr lecker und reichhaltig. Im Anschluss gehen wir zum Nachgebet in die Kirche. Hier singen und beten die Mönche. Der Segen und ein paar Worte mehr gibt es nahezu in allen Sprachen. Wir bekommen ein kleines Gebetsheft in Deutsch für den weiteren Weg.

Dann geht’s ins Bett. Schlafen kann ich allerdings nicht wirklich – es schnarcht, schnauft und rumpelt in jeder Minute.

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