Manchmal ist es schwer Deutscher zu sein

Von wegen früh los…. Gegen 7 ziehen wir nur mit einem Kaffeefrühstück los. Wir wollten der Hitze entgehen, aber müde waren wir halt auch. Was für ein Teufelskreis. Die Sonne lacht schon, doch noch ist es angenehm frisch. Wir durchqueren den hübschen Ort Faycelles. Hier gibt es viele tolle Steinhäuser, das ist richtig französischer Charme. Und noch dazu haben wir einen umwerfenden Blick über das Lot-Tal. Hier machen wir Pause und Frühstücken erst mal und ich bekomme noch einen Kaffee – ein Traum. Pilgerfreunde ziehen an uns vorüber und grüßen… Buen Camino. Ach wie ich das liebe.

Der Weg führt weiter bergan durch Wald und schattig. Das ist gut so, denn die Wärme der Sonne wird deutlich mehr. Hier ist alles so herrlich grün. Eine ganz tolle Landschaft in der wir pilgern. Auch wenn die Wege steiniger und härter werden. In Gréalou eine erneute Pause im Schatten. Die Sonne sticht unaufhörlich. Wir füllen die Wasserflaschen auf, dann geht es weiter. Wenig später erreichen wir einen „Dolmen“. Diese sind in den Causses sehr verbreitet und zeugen von sehr frühen Besiedlungen der Kalkhochflächen. Diese Megalithkulturen entstanden vermutlich schon in vor keltischer Zeit. Die Dolmen dienten wahrscheinlich als Grabkammern und als Altarsteine. Ist schon sehr beeindruckend. Die Wege wechseln sich im auf und ab und werden zunehmend steiniger. Oder meine Füße vertragen nix mehr… Jedenfalls tut mir alles weh. Wir gehen auch keinen weiteren Umweg oder Variante wie es hier so schön benannt wird. Nein – wir gehen den offiziellen Weg!

Die letzten 3km erscheinen mir unendlich lange. Aber irgendwann erreichen wir Carjac nach dem x-ten Berg-und-Tal-Wegespiel den Ort. Wir nehmen auch gleich die erste Herberge. Sieht wirklich schön aus und nett ist die Herbergsmutter auch. Momentan sind wir noch alleine. Wir duschen und waschen sogleich und gehen dann bummeln und einkaufen. Zunächst gönnen wir uns ein Panasch. Ach Gott, wie gut das tut. Wir treffen noch Danielle und Joel. Sie sind heute in der Gite Communale. Sie empfehlen uns für morgen ein Kloster. Dann trennen sich unsere Wege für heute. Wir gehen zur Kirche, zur Post um Briefmarken zu kaufen… aber einen Bankautomaten nicht.

Im Touri-Office frage ich nach und bekomme in Deutsch eine passende Auskunft. Ich bemerke im Augenwinkel einen merkwürdigen Pilger. Na gut. Wir finden die Bank und wie wir so für morgen überlegen, wohin oder wie weit oder was auch immer – gehen wir zum Touri-Office zurück und lassen das Kloster für morgen buchen. Dabei bekommen wir mit, das der merkwürdige Pilger noch immer da ist und zu unserem Entsetzen auch noch Deutscher ist. Da kann ich nur Kopfschütteln. Er benimmt sich sehr unangemessen.

Wir gehen noch Essen einkaufen und dann zurück zur Gite. Nach der verdienten Siesta machen wir uns ans kochen. Als wir so mitten im Essen sind kommt dieser „merkwürdige Pilger“ doch tatsächlich hier her. Na gut, kann uns ja egal sein. Wir beachten in auch gar nicht weiter, können nur mit dem Kopf schütteln. Respektlos!

Später kommt noch eine junge Kölner Studentin herein spaziert… naja eher gehinkt. Dicke Blasen und sie läuft in Sandalen. Aua, bei dem harten steinigem Boden. Sie versteht sich gut mit dem Schwaben und so bleiben wir außen vor, was auch gut so ist. Im Dorf ist heute Abend Live Musik und da wir das Fenster im Schlafsaal auf haben schlafen wir bei netter Musik ein… bis Michael ins Zimmer rennt und das Licht an macht… den Rest denkt euch bitte!

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