Da zieht ganz viel Wehmut mit...

Letzter Pilgertag – Guten Morgen. Halb sieben haben wir alles gepackt und sind am Frühstücken. Und dann ein letztes Mal die Schuhe schnüren und um 7 Uhr ziehen wir los. Da zieht ganz viel Wehmut mit, gemischt mit Stolz es wieder einmal geschafft zu haben. Aber noch haben wir diesen Tag. Der Himmel verspricht zwar kein gutes Wetter und am Horizont sehen wir auch schon das Gewitter – aber was kann uns schon passieren. Erst mal führt der Weg hinab und dann auch gleich wieder hoch. War ja klar, dass das heute auch noch mal anstrengend wird.

Die Kapelle von St-Sernin ist völlig leer und scheint verlassen. Außer einem alten Stuhl ist nichts da. Wir wechseln ständig das Terrain – Trampelpfad, Teerstraße oder Waldweg – alles ist dabei. Wir laufen im Tal entlang, was allerdings nicht heißt das es eben geht. Wir erklimmen die Weinberge und erreichen schließlich nach gut 12 km Durfort-Lacapelette. Halbzeit! Hier gibt es eine kleine Bar du wir kehren ein.

Unsere schwäbischen Pilgerfreunde kommen vorbei. Wir plaudern kurz, Birgit und Bernhard gehen aber weiter. Langsam wird es auch wärmer und ja fast sonnig. Der Weg geht weiter auf vielen Teerwegen aber mit moderater Steigung. Die Kapelle St-Martin ist leider zu. Wir pilgern neben der Straße her, ein Trampelpfad im Halbschatten einer Pappelallee. Auf den Wiesen und Wegen liegen oder sitzen Pilger und ruhen aus, wir gehen weiter lange bergauf bis kurz vor Espis. Hier ist eine nette Herberge. Wir ruhen aus, trinken eiskalte Cola und reden mit dem Herbergsvater und einen Stempel gibt’s obendrein!

In der Ferne sehen wir Axel und Doris kommen und Frank feuert sie an. Was für ein Spaß. Auch wir gehen weiter. Schönes Wetter gibt es heute nicht. Es fängt an zu tröpfeln. Moissac werden wir nicht trocken erreichen. Also doch Regenjacken an und dann mit großen Schritten bergab. Wir gehen die letzten Meter gemeinsam mit Axel und Doris und quatschen noch ein bisschen. In Moissac gehen wir noch zusammen was trinken und tauschen Adressen aus, ehe unsere Wege sich hier erst mal trennen. Buen Camino euch beiden. Bernhard und Birgit sehen wir nicht wieder, schade. Unser nächstes Ziel ist erst mal die Abteikirche St-Pierre. Das ist also unser offizieller Pilgertod 2015. Ein Licht in Ehren entzünden und inne halten, dann gibt’s den finalen Stempel.

Im Touri-Office wollen wir nun doch das Post-Taxi buchen – zu spät alles voll. Hm auch blöd jetzt. Wir überlegen was wir nun wie machen sollen. Wir müssen ja zurück nach Le Puy. Nach vielem hin- und her nehmen wir heute noch den Zug zurück bis Figeac und morgen früh den ersten Zug nach Le Puy. Also brauchen wir nun ein Quartier in Figeac. Wir buchen in einer Herberge. Hier am Bahnhof treffen wir auch auf Pilgerfreunde.

Der Fahrkartenautomat funktioniert nicht – auch das noch. Gut zahlen wir eben im Zug. Wir fahren mit der Bahn kostenfrei bis Toulouse. Vermutlich hatte die Schaffnerin keine Lust uns abzukassieren. In Toulouse kaufen wir dann wenigstens die Tickets bis Figeac und auch die für morgen gleich. 21:30 Uhr erreichen wir bei Stark Regen Figeac.

Es ist uns und allen anderen im Übrigen auch, nicht möglich auch nur einen Schritt aus der Bahnhofshalle zu machen. Was hier runter kommt haben wir noch nicht erlebt. Für die Herberge ist es zu spät, die hat zu. Zähneknirschend nehmen wir das Hotel am Bahnhof. Aber duschen und schlafen müssen wir nun auch mal.

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