Zwischen Himmel und Erde

5 Uhr klingelt der Wecker und zusammen mit Richard stehen wir auf. Ein letztes gemeinsames Frühstück und um halb sechs zieht er los Richtung Bahnhof. Kurz und schnelle ist der Abschied. Er geht den Küstenweg und wir über die Pyrenäen. Dieser Abschied wird nicht für immer sein.

6.20 starten wir in den Tag. Steil abwärts verlassen wir Saint Jean. Und Steil aufwärts geht es nun. Es ist noch dunkel und fast Menschenleer. Bis auf zwei angetrunkene Mädels ist noch nichts los hier. Bis Huntto laufen wir steil auf Straße. Die Aussicht wird aber von Meter zu Meter besser, gigantischer. Die Sonne drückt sich durch und verzaubert.

Es geht dann 5 km bis Orisson in Serpentinen geschottert steil hinauf. Ouh das fordert Ausdauer. Das härteste Stück wie ich jetzt sagen kann. Vor allem wenn man Mega dringend mal aufs Klo müsste. Und hier kannst du nicht einfach so ins Gebüsch hüpfen. Zum einen ist da kein Gebüsch und zum anderen wimmelt es vor Pilgern. Gut ausgehalten bis zur Bar...

Beim Aufstieg haben wir den Sonnaufgang gesehen. Wir wären über den Wolken, wenn welche da wären. Ein absolutes Highlight an diesem Tag. Über den Dingen zu stehen. Nicht zu wissen wo die Erde aufhört und der Himmel beginnt.

Steil geht's weiter und weiter, alles geteert zwar, aber immer bergan. Und umso höher wir kommen umso windiger wird es. Gut weil man die Hitze vergisst, schlecht wenn man kein Sunblocker hat. Wir sind gecremt und stolzieren fröhlich bergan. Eine Pause machen wir auch und treffen auf Armelle. Wir verabreden uns für den Abend, denn auch für Sie endet der Weg heute abend. Das wollen wir noch mal zusammen begießen.

Es wird noch etwas alpin und dann erreichen wir die Grenze. Wahnsinn wieder ein Land erlaufen. Das ist so überwältigend und bewegend. Ab jetzt gibt's auch gelbe Pfeile. Der Weg wird kurz flacher und steigt vor dem Gipfel noch mal ordentlich an. Die meisten Pilger haben heute erst angefangen, sind müde und kaputt. Verständnis dafür habe ich, es ist hart und dazu richtig heiß. Ich bin auch außer Atem auf 1400 m. Die Aussicht und der Gipfelschnaps entschädigt diese Strapazen. Manch einer beäugt uns blöde, ist uns egal.

Noch 4 km bergab - Logo ebenso steil. Zum Glück im Wald mit Schatten und besseren Boden. Man muss hier nur auf die Wurzeln aufpassen, aber endlich mal Waldboden für unsere Füße. Im halben Laufschritt geht es runter. Nach 6 Stunden erreichen wir Roncesvalles. Wieder unbegreiflich für uns. Wir checken in der Herberge ein, gleich mit Abendessen und Frühstück. Da die Bettenetage noch zu ist, gehen wir erst mal was trinken und besuchen die wunderschöne Kirche.

Dann heißt es Betten beziehen, duschen und waschen ist ja schon Alltag.

Am Abend treffen wir Armelle und Lauren und gehen zusammen was trinken. Wir quatschen ohne Ende in unseren 3 Sprachen. Das ist Camino ! Wundervoll. Wir verstehen uns. Leider naht der Abschied nun auch von ihnen. Erinnerung per Fotos und Adressenaustausch. Ne fette Umarmung und wech. Auch das gehört zum Camino.

Die kommenden 2 Tage wollen wir auch nur für uns gehen.

Das Abendessen ist super und dank der Ungarn am Tisch auch feucht fröhlich mit viel Vino Tinto. 22 Uhr geht's Licht aus - Nachtruhe!

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