Hart, härter, Camino Duro

Guten Morgen nach einer etwas komischen Nacht mit einfach zu kurzen Betten für unsere Körpergröße. Naja es ging und gegen halb acht ist alles gepackt und wir sitzen beim Frühstück. Hmm, lecker es gibt nicht nur Marmeladenbrot sondern Spiegeleibrot. Oh endlich mal ein Frühstück ganz nach meinem Geschmack. Ich kann und tue mich satt essen. Heute kann ich jede Kraft brauchen.

Gegen 8 Uhr verlassen wir die Herberge und verlassen auch prompt die Stadt über den Rio Burbia. Und gleich danach geht es steil, richtig steil Bergauf. Etwaige Hinweisschilder ¨NOT¨…ignorieren wir komplett und stapfen den Berg hinauf. Camino Duro – wir kommen!

Vor uns liegen 10,7 km und 460 Höhenmeter bergauf. Ich habe das Gefühl der Anstieg endet nie. Es ist richtig steil und steinig und ich japse non stop. Nach knapp 2,5 km der erste Lichtblick, es wird flacher. Die Aussicht natürlich ist gigantisch. Dafür lohnen sich die Schweißtropfen auf jeden Fall.

Ein wunderbarer Blick nach Villafranca zurück und in die umliegende Region. Hin und wieder gelingt uns ein Blick ins Tal, wo die Pilger den einfachen Weg nach Trabadelo gewählt haben. Wir hingegen sind vollkommen der Natur ausgesetzt. Kein Lärm, kein Auto – einfach nur wunderbare Natur. Kiefernwälder und Kastanienwälder gepaart mit mäßigem Hoch und Runter. Nach knapp 8 km erreichen wir das Dorf Pradela. Malerisch und idyllisch gelegen und weit ab von der Außenwelt. Die Menschen hier sind super lieb und volle Urgesteine. In der hiesigen Herberge gibt es einen Kaffee für mich, eine Cola für Frank und ein großes Stück frischer Kastanienkuchen. Boah ist der lecker. Derweil streiten sich die kleinen Kätzchen um unsere Rucksäcke, die Herbergsmutter holt den frischen Apfelkuchen aus dem Ofen – ein wirklich authentisches Schauspiel. Zu uns gesellt sich noch ein Schweizer Pärchen. Nach gut 20 min. allerdings müssen und wollen wir weiter. 380 Höhenmeter Abstieg haben es auch in sich, die teils ebenso steil hinunter gehen. Puh….Knie, Waden und Oberschenkel kaum noch spürbar. Aber das hat sich in jeden Fall gelohnt und wir würden die Variante immer wider gehen.

Trabadelo überlaufen wir auch direkt, da wir grad gut im Tritt sind. Jetzt reihen wir uns in die Pilgerschar ein und laufen direkt an der Straße weiter. Zum Glück wenig befahren, dank der nahen Autobahn und Bundesstraße. Die allerdings haben wir immer im Blick und im Ohr. 1 gute Stunde später rasten wir in La Portela de Valcarce. Zwei Colas und Nüsse, sowie Wlan…. Ach ja auch schön.

Relativ eben und immer brav an der Straße entlang führt der Weg nach Vega de Valcarce und weiter nach Las Herrerias. Hier pausieren wir noch mal, ehe der nächste Anstieg naht. Wir essen Tortilla und trinken ein kleines Radler. Ja ein bissel Kraft brauchen wir ja doch noch. Wir kommen mit einem Mexikaner ins Gespräch – Fußball was sonst… Zum Schluss entscheiden wir uns dafür, das der Bessere am Sonntag gewinnt. Dann zieht er locker flockig von dannen (sein 1. Tag, der Junge ist noch fit.). Es geht halt bergan, zwar Teerstraße aber noch immer hoch. Da brauch ich meine Zeit. Nach einem kurzen flachen Stück im Wald, beginnt der steile und steinige Anstieg. Zum Glück im dichten Laubwald. Die Sonne brennt nämlich auch ganz schön. Gut 1 Stunde schlängeln wir uns serpentienenartig den Berg hinauf. Zwischenzeitlich überholen wir den jungen Mexikaner. Was soll ich sagen, deutsche Beständigkeit zeichnet sich nun mal aus.

Dennoch bin ich froh als wir gegen 16.15 Uhr La Faba erreichen und wir steuern direkt auf die deutsche Herberge zu. Wir bekommen ein Bett, gehen duschen und machen unsere Pilgerwäsche. Dann erst gehen wir ins Dorf und genießen im Schatten unser Radler. Das haben wir wohl mehr als verdient heute. Glücklich und zufrieden. In dem hiesigen Tienda kaufen wir Spaghetti und Bolognese, Kekse und Wein für den Abend ein. Genau heute kochen wir mal wieder selber. Hier in der Herberge wimmelt es von Amis, Spaniern und Koreanern… und 2 Deutsche (wir). Morgen wird’s noch mal bergig, es geht zum O Cebreiro hoch. Wir lassen uns mal überraschen.

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