Endlich Galizien

Was für eine Nacht liegt hinter uns. Mehr wach als geschlafen. Ich bin wie gerädert. Und als wir um halb 7 aufstehen ist die Hälfte der Pilger bereits aus dem Schlafsaal verschwunden…sie lungern noch draußen umher. Wir packen und verschwinden gegen halb 8 zur ersten Bar und genießen dort erst mal Frühstück. Es kommen nach und nach Pilger an, frühstücken und lassen ihr Gepäck von jacotrans zur nächsten Herberge fahren. Über den O Cebreiro ist das ja viel zu heftig, da kann man es unmöglich mitnehmen, hören wir sie sagen.

Gut gestärkt und mit vollem Gepäck geht es gegen 8 Uhr los. Es ist noch frisch und wir laufen mit langem Arm und Jacke. Ein bisschen Sonne drückt sich durch und in La Laguna heißt es Jacken aus. Puh, tut gut. Der Aufstieg bislang steinig, aber mäßig steil. Da sind wir anderes gewohnt. Weiter geht’s bergan. Der Wald wird weniger und der Weitblick mehr. Viel Nebel allerdings, der sich von den Bergen hinunter drückt. Schade es zieht sich zu und die Fernsicht auf einmal gleich null.

Wir kommen an den Grenzstein Galiziens. Jippie! Fotoshooting ist angesagt mit Nebelwand. Eine knappe halbe Stunde später erreichen wir das Bergdorf O Cebreiro. Malerisch? Keine Ahnung – Nebelwand mit Megatouris! Wir kehren in die Bar ein und trinken einen Kaffee. Der tut gut. Nach 20 min aber geht es weiter…Jacken an und los. Der Weg schlängelt sich wellenartig um den Berg. Neu angelegt so scheint es und der Nebel geht mit uns. Teilweise ist nicht einmal die Hand vor Augen zu sehen. Vielleicht gar nicht so verkehrt, wenn man nicht sieht wie weit es runter geht.

Wir kommen nach Linares und steigen dann auf die Passhöhe St. Roque. Hier wartet ein Bronzener Pilger auf uns und trotzt dem Wetter….fast wie wir. Der Nebel nimmt zu statt ab, was echt schade ist, da wir landschaftlich so gar nichts sehen. Weiter abwärts führt uns ein gut geschotteter Weg nach Hospital.

Kurz darauf wird es noch mal anstrengend auf den Alto de Poio. Ja, das ist der einzige Teil des heutigen Tages, der echt an den Kräften zerrt. Nach gut 30 min aber ist auch dieser Anstieg gemeistert. Und vor allem ist Zeit für eine Pause. Wir haben mächtig Hunger und essen Tortilla und trinken eine eiskalte Coke – als ob es nicht schon kalt genug ist…brrrrrr…

Das schöne galizische Bergland allerdings bleibt uns immer noch verwehrt. Schade. In O Biduedo pausieren wir noch mal mit Radler. Danach geht es merklich bergab auf guten ausgebauten Wegen. Es dauert gar nicht lange und wir können Triacastela in der Ferne sehen. Weiter bergab mal mehr mal weniger steil, meist im Wald. Die Temperaturen nehmen zu, Sonne allerdings zeigt sich uns nur sehr selten. In Ramil kommen wir an einer riesigen, uralten Kastanie vorbei und wenig später haben wir den Ort Triacastela erreicht. Wir suchen etwas nach einer schönen Herberge. Die eine ist voll, in der nächsten beachtet man uns nicht und in Nummer 3 stehen gut und gerne 20 Koffer umher…. Nee das wollen wir nicht. In der Herberge Aitzenea aber bekommen wir ein schönes Bett für die Nacht. Ganz herzlich werden wir, sogar auf Deutsch, begrüßt. Urig und alt, aber sauber und voll gemütlich.

Radler, duschen, waschen und Sightseeing – normaler Pilgeralltag! Zuerst steuern wir die Kirche an. Eine sehr schöne alte Kirche – Iglesia de Santiago, dem heiligen Jakob geweiht. Hier bekommen wir auch einen schönen Stempel. Danach gehen wir weiter durch den Ort und suchen uns ein nettes Restaurant aus. Pilgermenü für 10€ ist völlig ok und das nehmen wir auch. Hier ist schon, wie fast überall, alles für das heutige WM Fussballspiel vorbereitet. Spanien gegen Portugal….oha! Helle Aufregung hier. Uns interessiert das eher weniger. Aber zu Gunsten des Spieles ist die Herberge länger geöffnet. Wir gehen noch einkaufen und dann heißt es beizeiten ins Bett heute. Morgen liegt Samos und Sarria auf dem Plan.

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